Gottesdienste Oststeinbek

Hier finden Sie unsere Andachten und Kurzpredigten

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Bittet, so wird euch gegeben!

Passionsandacht 01.04.2020

Matthäus 7,7-11

7 Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan.

8 Denn wer da bittet, der empfängt; und wer da sucht, der findet; und wer da anklopft, dem wird aufgetan.

9 Oder ist ein Mensch unter euch, der seinem Sohn, wenn er ihn bittet um Brot, einen Stein biete?

10 Oder der ihm, wenn er ihn bittet um einen Fisch, eine Schlange biete?

11 Wenn nun ihr, die ihr doch böse seid, dennoch euren Kindern gute Gaben zu geben wisst, wie viel mehr wird euer Vater im Himmel Gutes geben denen, die ihn bitten!

 

Ich kann mich noch sehr genau erinnern, wie ich einmal in der 9. Klasse richtig Streit mit einem guten Freund von mir hatte. Mein Freund hieß Erik und ich sehe uns noch heute in der Pause auf dem Schulhof stehen…

Ich bin sicher, Ihr kennt das auch: Da gerät man mit einem Freund oder einer Freundin oder meinetwegen auch mit einem Bruder oder einer Schwestern, den Eltern oder den Lehrern derart in Streit, dass da im Bauch nur noch Wut ist. Und ein Wort gibt dann das andere.

Wenn man hinterher so darüber nachdenkt, dann weiß man eigentlich gar nicht mehr genau wie das so los gegangen ist. Wer da angefangen hat. Um was es da eigentlich genau ging. Und wer nun wirklich recht hat. Und wer schuld.

Bei mir und Erik damals hatten wir beide schuld. Denn wir hatten einander falsch verstanden. Und uns dann tüchtig übereinander geärgert. Und dann gab ein Wort das andere.

Und was das Schlimme war: Eigentlich war es völlig unwichtig, wer nun recht gehabt hatte und wer schuld. Eigentlich habe ich mir nur gewünscht, dass wir irgendwie auf einander zu gehen könnten. Und sagen könnten: „Lass uns neu anfangen. Tut mir leid!“

Aber so einfach ist das nicht. Denn da könnte mir ja ein Zacken aus der Krone fallen oder ein Ast abbrechen. Denn wer gibt schon gerne zu, dass er einen Fehler gemacht hat? Ich jedenfalls nicht.

Dieses Problem: „Wie komme ich aus dem wieder raus, was ich einmal begonnen habe, und das onhe mein Gesicht zu verlieren?“, haben viele Leute und nicht nur ich oder vielleicht auch Ihr. Und weil viele Leute Angst haben, ihr Gesicht zu verlieren, deshalb hat Jesus einmal, als er einer ziemlich großen Menschenmenge erklärte, wie dass mit Gott und uns Menschen ist, eine kleine Geschichte erzählt:

„Stell Euch vor, Ihr wärt Eltern und Euer Kind käme zu Euch und sagte: ‚Ich habe Hunger. Gib mir bitte ein Butterbrot,‘ würdet ihr ihm etwa einen Stein geben?

Oder stellt Euch vor, Euer Kind käme zu Euch und sagte: ‚Gib mir einen Fisch. Ich habe Hunger!‘ Würdet ihr ihm eine Schlange geben? Nein, sicher nicht!

Und nun überlegt mal,“ sagte Jesus, „Wenn Ihr schon versuchen würdet, jemandem, der euch um etwas bittet, den Wunsch zu erfüllen, wieviel mehr würde das Gott tun? Gott, der Euch liebt? Der Euch annimmt? Der Euch so haben will, wie Ihr eben seid? Genau! Gott wird Euch geben, worum Ihr ihn bittet!”

Ich mag diese einfache Geschichte sehr! Und ich glaube, Jesus hatte im Sinn, dass wir Gott wirklich um alles bitten können, was uns am Herzen liegt. Sei es um Beistand bei Angst vor der Schule. Oder wenn es zuhause Krach gibt. Sei es bei Streit mit Freunden. Oder, wenn ich mir wirklich große Sorgen mache, so, wie gerade. Und natürlich kann ich Gott bitten, mir zu verzeihen, wenn ich spüre, dass das nötig ist. Gott gibt einem, was man braucht. Und Gott öffnet seine Tür, wenn eine klingelt und was von ihm will.

 

Mit Erik hat sich dieser Streit damals nicht einfach so gelöst. Wir waren noch eine zeitlang zielich stinkig aufeinander. Aber mir hat eines geholfen: Obwohl ich da ganz sicher Dreck am Stecken hatte, wußte ich, dass Gott mich so annehmen würde wie ich bin.

Auch wenn ich mir selbst meine Stänkerei, meinen Ärger und meine Wut nicht so einfach verzeihe konnte, wußte ich: Gott kann das. Gott verzeiht mir. Und er fängt neu mit mir an. Und weil Gott mit mir neu anfängt, deshalb konnte ich auch hoffen, dass Erik wieder neu mit mir anfängt. Und darum habe ich Gott gebeten: Lass uns neu anfangen. Und wir haben neu angefangen. Erik und ich.

Das ist es, was Jesus in seiner Geschichte meinte, als er sagte: „Geht mit dem, was Euch Freude macht zu Gott. Aber geht auch mit dem, was Euch Angst macht oder Sorgen zu ihm. Sprecht mit Gott. Denn das meint beten: Beten kann wirklich jeder! Denn ein Gebet ist kein formvollendetes Schreiben an den Herrn Bundespräsidenten. Zu Gott zu beten, ist mit ihm zu sprechen, genau so, wie man mit einer guten Freundin oder einem guten Freund spricht.

Traut Euch das! Probiert es aus! Und wenn Ihr an Gottes Tür klopft, dann öffnet er. Wenn Ihr ihn bittet, dann gibt er Euch, was Ihr braucht. Wenn Ihr ihn sucht, so wird er sich finden lassen. Und wenn Ihr einmal „schuld seid“, dann fängt Gott mit Euch neu an, wenn Ihr ihn darum bittet.

Amen

Die Andacht wurde zur Verfügung gestellt von Pastor Torsten Kelm.

Mail: pastor.keln@kirche-in-steinbek.de / Instagram: @luthermansfriend

 

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Andacht zum Sonntag Judika, 29. März 2020

Hebräerbrief, Kapitel 13, Verse 11-14

 

Hebräer 13

11 Beim Sündopfer bringt der Oberste Priester das Blut der Opfertiere ins Heiligtum. Ihre Körper werden außerhalb des Lagers verbrannt.

12 Darum hat auch Jesus außerhalb des Stadttores gelitten. Denn durch sein Blut wollte er das Volk heilig machen.

13 Lasst uns daher zu ihm hinausgehen vor das Lager. Wir wollen die Schande auf uns nehmen, die er zu tragen hatte.

14 Denn wir haben hier keine Stadt, die bestehen bleibt. Sondern wir suchen nach der zukünftigen Stadt.

https://www.die-bibel.de/bibeln/online-bibeln/basisbibel/bibeltext/

 

Am Ende des 1. Jahrhunderts schreibt ein gebildeter Christ, dessen Namen und dessen Aufenthaltsort wir nicht kennen, einen Brief an eine christliche Gemeinde in Italien. Vielleicht in Rom. Eigentlich ist sein Brief gar kein Brief, sondern eine lange Predigt in 13 Kapiteln. Am Ende dieser Predigt, die wir als Hebräerbrief kennen, kommt der Verfasser schließlich auf den Tod Jesu zu sprechen. Und er vergleicht den Tod Jesu mit einem alten Ritual aus dem Alten Testament und dem Großen Versöhnungstag des Judentums, Jom Kippur. An Jom Kippur wird im Alten Testament das Allerheiligste im Jerusalemer Tempel mit dem Blut von Tieren besprengt. Eine Opferhandlung zur Sühne für Tun und Unterlassen der Menschen. Das Blut wäscht gewissermaßen die Sünden weg. Die Opferreste der Tiere wurden dann draußen vor der Stadt verbrannt.

Der Hebräerbrief vergleicht nun dieses alte Ritual zu Jom Kippur mit dem Tod Jesu. Dieser Vergleich ist sinnvoll, denn der Autor konnte zum einen davon ausgehen, dass Jom Kippur den Empfängern seines Briefes bekannt war. Und zum anderen transportiert er natürlich mit diesem Vergleich Jom Kippur – Kreuzweg Jesu auch eine Botschaft, eine Theologie:

Denn den Tod Jesu auf der zentralen Hinrichtungsstätte vor den Toren Jerusalems, der Schädelstätte Golgatha, versteht der Autor als Opferung Jesu. Für uns alle, für alle Welt und alle Generationen:

 

Wo sonst der Abfall verbrannt wurde, vor der Stadt ist Jesus für uns gestorben, damit er – so meint es dieser Brief – die Teilung der Welt aufhebt.

Damals war die Teilung theologisch begründet, aber auch schon – ganz wie heute – kulturell oder von der unterschiedlichen Herkunft her:

Damals teilte sich die Welt zwischen rein und unrein. Zwischen heilig und unheilig. Zwischen drinnen und gut und draußen und zu Verdammnis bestimmt. Und Sünde, Schuld trennt, separiert, zerstört Gemeinschaft.

Diese Teilung hebt der Opfertod Jesu auf, so unsere Zeilen: Denn das Heiligste und Reinste und Unschuldigste überhaupt, der Sohnes Gottes, Gott selbst, opfert sich für jeden der unrein und unheilig und unwürdig ist. Und verändert damit das Wesen dieses Menschen und macht den Unreinen rein. Und den Unheiligen heilig. Und den Unwürdigen zutiefst würdig. Weil sein Blut – wie das Blut der Opfertiere zu Jom Kippur – allen Dreck abwischt. Und weil darüber hinaus Jesus alle Grenzen aufhebt:

Denn der Reine geht dorthin und stirbt dort, wo kein Heiliger sonst freiwillig hingeht. Nämlich auf die andere Seite der Grenze geht er, um seine Aufgabe zu erfüllen. Zu den Unreinen. Auf den Abfallhaufen vor der Stadt.

Indem er diese Grenze, die Menschen von Menschen trennt, einfach überschreitet, schenkt er den Unwürdigen und Ausgeschlossenen eine unvergleichliche Würde. Und aller Opferkult, ja aller Kult überhaupt, alle verzweifelte (und aussichtslose!) Anstrengung, es recht zu machen und Gott nah zu kommen, wird damit absolut überflüssig und reine Kraft- und Zeitverschwendung. Denn: Wir sind heilig. Und rein. Und würdig. Weil Gott zu uns kommt und wir Anteil an seiner Reinheit, Heiligkeit und Würde bekommen.

Vllt. kann man sich das so vorstellen, wie die Begegnung eines Penners mit der Queen (Nun, zumindest in den Zeiten vor Corona und den Telefonbildern der Queen): Wenn sie einem Menschen die Hand gibt, färbt etwas von ihrem Glanz und ihrer Würde und ihrer Aufmerksamkeit auf den anderen ab. Und er wird heller, würdiger und genießt die Aufmerksamkeit, die ihm sonst versagt wird.

Allerdings gibt es bei der Queen und Jesus bzw. dem Penner und uns einen Unterschied: Sobald die Kameras abgeschaltet sind, kehrt bei dem Penner wohl langsam wieder die Dunkelheit ein. Während Würde und Heiligkeit, die die Begegnung mit dem Sohn Gottes schenken, durch nichts und nie aufgehoben werden kann. (Und um es deutlich zu schreiben: Bei Gott gibt es keine großen Unterschiede zwischen vermeintlichen Königen und Pennern. Und zu wem Jesus wohl zuerst gegangen wäre, scheint mir auch recht klar…)

Soweit zur Opfertheologie des Hebräerbriefes. Und egal, wie man zu ihr steht: Das Aufregende, ja Explosive und unendlich Verheißungsvolle ist diese Kernbotschaft:

Gott akzeptiert keine Grenzen und Mauern und Gräben zwischen ihm und Menschen.

Und er überschreitet diese Grenzen nicht „einfach“, sondern mit inspirierender Konsequenz, ja Radikalität.

Das finde ich aufregend! Und die Sehnsucht Gottes, die unendliche Liebe, die ich dahinter entdecke, sind Grundlagen meines Lebens. Sie ist feste Grundlage gegen alle Hoffnungslosigkeit und alle Angst. Sie schenkt Handlungsmöglichkeiten gegen alle alten und neuen Grenzen und Egoismen. Von der Liebe möchte ich mich treiben lassen. Nicht von der Angst.

Ich bitte Sie jetzt, sich eine Minute zu nehmen. Und an die kommende Woche zu denken. Und an einen Menschen, der ihnen in dieser Minute spontan in den Sinn kommt: Einen, den Sie nur kurz gesehen haben und der hoffnungslos im Abseits saß. Eine, die sich nicht selbst zu helfen wusste, und Sie dachten: „Ob ich vielleicht…?“ An einen Fremden auf der Straße oder am Telefon… Eine, bei der Sie sich gerne melden würden, aber nicht genau wissen, ob Sie…? Einen, mit dem sie im Streit liegen und keine von Ihnen sagt mehr ein wirkliches Wort… Eine, die schwierige Fragen hat und wo sie nicht sicher sind, ob Sie wirklich…

Gott schenkt uns genau diesen Menschen. Und er schenkt uns alles was wir nun brauchen. Und vielleicht, vielleicht überschreiten Sie in der kommenden Woche diese eine verdammte Grenze. Und das Reich Gottes, die Liebe, fängt eben nicht mit großen theologischen Wahrheiten und theoretischen Konzepten an, sondern mit kleinen aber beherzten Schritten inmitten aller Unmöglichkeit und Angst.

Amen

Die Andacht wurde zur Verfügung gestellt von Pastor Torsten Kelm.

Mail: pastor.keln@kirche-in-steinbek.de / Instagram: @luthermansfriend

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Meine Zuversicht ist bei Gott

Passionsandacht 25.03.2020

 

Psalm 62

Stille zu Gott

Ein Psalm Davids, vorzusingen, für Jedutun.

Meine Seele ist stille zu Gott, der mir hilft.

Denn er ist mein Fels, meine Hilfe, mein Schutz, dass ich gewiss nicht wanken werde.

Wie lange stellt ihr alle einem nach, wollt alle ihn morden, als wäre er eine hangende Wand und eine rissige Mauer?

Sie denken nur, wie sie ihn von seiner Höhe stürzen, sie haben Gefallen am Lügen; mit dem Munde segnen sie, aber im Herzen fluchen sie.

Sela.

Aber sei nur stille zu Gott, meine Seele; denn er ist meine Hoffnung.

Er ist mein Fels, meine Hilfe und mein Schutz, dass ich nicht wanken werde.

Bei Gott ist mein Heil und meine Ehre, / der Fels meiner Stärke, meine Zuversicht ist bei Gott.

Hoffet auf ihn allezeit, liebe Leute, / schüttet euer Herz vor ihm aus; Gott ist unsre Zuversicht.

Sela.

Aber Menschen sind ja nichts, große Leute täuschen auch; sie wiegen weniger als nichts, so viel ihrer sind.

Verlasst euch nicht auf Gewalt und setzt auf Raub nicht eitle Hoffnung; fällt euch Reichtum zu, so hängt euer Herz nicht daran.

Eines hat Gott geredet, ein Zweifaches habe ich gehört: Gott allein ist mächtig,

und du, Herr, bist gnädig; denn du vergiltst einem jeden, wie er’s verdient hat.

 

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Kennen Sie auch einen richtigen Optimisten? So einen, der auch dann noch gut gelaunt ist, wenn Andere schon längst nicht mehr lachen können? Der nach dem Motto lebt: „don`t worry – be happy“ (sorge dich nicht, sei einfach glücklich).

Natürlich ist positives Denken eine wunderbare Eigenschaft. Aber einfach jede Schwierigkeit mit einem Scherz auf den Lippen beiseite wischen? Das funktioniert wohl doch nicht. Wenn es dann wirklich hart auf hart kommt, kann man mit dieser Einstellung ziemlich unsanft auf dem Boden der Realität landen.

„Meine Zuversicht ist bei Gott“, heißt es in Psalm 62. Zuversicht, das klingt auf den ersten Blick erstaunlich, denn der Beter des Psalms scheint in höchster Bedrängnis zu sein. Er fühlt sich in seiner Existenz bedroht. Menschen, die ihm übelwollen haben es auf ihn abgesehen.

Auch wenn es zum Glück nicht immer um Leben und Tod geht, hat jeder doch schon Zeiten erlebt, in denen alles ins Wanken gerät. Schlimme Nachrichten in der Familie, Konkurrenzdruck am Arbeitsplatz, Streit unter Freunden. Situationen eben, die man nicht einfach mit einem sonnigen Lachen überspielen kann.

Der Beter des Psalms verzweifelt bei aller Not nicht, denn er weiß sich aufgehoben in Gott.

Vertraue auf Gott – ER steht allezeit an deiner Seite. Das ist die Botschaft des Psalm 62.

Lass deine Angst los! Vertraue auf den Schutz, den Gott dir schenkt und auf die Wege, die ER dir aufzeigt.

 

Zuversicht, das ist mehr als Optimismus. Wer zuversichtlich in die Zukunft schauen kann, hat ein Fundament, das auch Stürmen stand hält.

Der Zuversichtliche blendet Schwierigkeiten nicht aus, er kann mit Schicksalsschlägen umgehen, denn er weiß sich gehalten durch das Vertrauen ins Leben, durch das Vertrauen in Gott. Auch wenn einem das Wasser manchmal bis zu Hals steht, lassen sich doch immer Spielräume und Auswege finden.

Der Kern der Zuversicht wird in dem berühmten Satz von Vaclav Havel deutlich: „Es geht nicht um die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht. Sondern um die Gewissheit, dass etwas Sinn macht, egal wie es ausgeht“.

Zuversicht haben wir alle in diesen Wochen und Monaten bitter nötig. Wir sind bedrängt von einem unsichtbaren Feind, dem Corona-Virus.  Immer mehr Menschen werden krank, viele sterben. Unser Leben verändert sich auf eine Weise, die wir nie für möglich gehalten hätten.

„Aber sei nur stille zu Gott, meine Seele, denn er ist meine Hoffnung.“

Bei allem, was uns sorgt und bedrückt, bei aller Ungewissheit, die uns quält, können wir dieser Zeit doch auch Sinn geben. Wir können den erzwungenen Rückzug in unsere Wohnungen nutzen, um dem nachzuspüren, was uns trägt: die Liebe Gottes.

Liebe, die wir weitergeben können an diejenigen, die unsere Hilfe brauchen. Liebe, mit der wir all Jenen danken können, die bis zu Erschöpfung arbeiten, um Leben zu retten. Liebe, aus der vielleicht am Ende dieser schweren Zeit ein neues Miteinander zwischen den Menschen entsteht.

Wer nicht nur gebannt auf die Krise schaut, sondern auch auf die Möglichkeiten, die wir trotz allem haben, der kann sich Zuversicht bewahren und Gott danken.

Denn ER ist unser Heil, unsere Ehre und der Fels unserer Stärke.

 

Amen.

 

Kleine Notfall-Apotheke für trübe Stunden

Zuversicht wächst aus der Erfahrung. Wenn man zurückblicken kann auf Situationen, die trotz aller Schwierigkeit gut ausgegangen sind oder aus denen ganz überraschend Gutes entstanden ist, bleibt beim nächsten Mal gelassener.

Ein persönliches Ritual ist es, sich täglich positive Begegnungen, Erlebnisse und Erfahrungen auf bunte Zettel zu schreiben. Kleine Dankgebete, die man zusammengefaltet in einem Glas aufbewahren kann. Ebenfalls in diesem Glas sammeln kann man Bibelverse oder Psalm-Worte, die einem besonders zu Herzen gehen.

Wenn dann mal wieder ein Tag ganz grau und voller Hindernisse ist, können Sie diese Zettel auffalten und lesen. Das wird Sie daran erinnern, dass es immer irgendwie weitergeht und die Lebensfreude wiederkommen wird.

So wird die Seele zuerst still, dann dankbar und letztlich zuversichtlich vor Gott.

Die Passionsandacht wurde von Kirsten Puttfarcken-Müller erarbeitet.

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Andacht zum Sonntag Lätare, 22. März 2020

Jesaja 66, 10, 14

Operngesang der Vögel – bitte klicken

Freue dich, freuet euch!

Liebe Gemeinde, diese Andacht können Sie im Hause feiern. Nehmen sie sich Zeit und wenn Sie mögen, zünden sie ein Kerze an.

Gebet:

Barmherziger Gott, mit allen was mir auf dem Herzen liegt, komme ich heute zu dir:

In deine Hände lege ich, was mich ängstigt und mir Sorgen bereitet.

Ebenso breite ich vor dir alles aus, was mir Freude macht, wofür ich dankbar bin und wonach ich mich sehne.

Nimm alles gnädig an und schenke mir deinen Trost und deine Zuversicht. Dieses erbitte ich durch Jesus Christus, unseren Bruder und Herrn

Amen

 

Lesung von Jesaja 66, 10-14

Freut euch mit Jerusalem! Jubelt in der Stadt, alle, die ihr sie liebt!

Seid fröhlich mit ihr, alle, die ihr über sie traurig wart. Saugt euch satt an ihrer tröstenden Brust, trinkt und labt an ihrem mütterlichen Reichtum! Denn so spricht der Herr: Sehr her: Wie einem Strom leite ich den Frieden zu ihr und denn Reichtum der Völker wie einen rauschenden Bach. Ihre Kinder wird man auf den Armen tragen und auf den Knien schaukeln. Wie eine Mutter ihr Kind tröstet, so tröste auch ich euch; in Jerusalem findet ihr Trost. Wenn ihr das seht, wird euer Herz sich freuen und ihr werdet aufblühen wie frisches Gras

 

Liebe Gemeinde,

„Freuet euch,“ so ruft es uns der Prophet Jesaja mitten in der Passionszeit zu.

Können wir uns in dieser Zeit freuen, wo uns tagtäglich Nachrichten erreichen, die uns Sorgen bereiten und uns ängstigen?

Wir sind alle mehr oder weniger verunsichert. Jeden Tag gibt es neue Auflagen, unser öffentliches Leben wird mehr und mehr eingeschränkt und auch unsere Bewegungsfreiheit ist auf das Notwenigste reduziert. Wir alle müssen in großer Geschwindigkeit Lebensgewohnheiten verändern.

Hilft es, wenn ich ihnen zurufe. Freut euch, Freu dich! Was tröstet in einer solchen Situation?

Wie ging es damals den Israeliten, denen der Prophet Jesaja diesen Satz zurief. Auch sie hatten Unheil erlebt, die einen im Exil in Babylon, die anderen, die in Israel geblieben waren und unter den Besatzern litten. Sie alle konnten kaum auf eine bessere Zukunft hoffen. Doch diese verspricht Gott den Israeliten.

Jesaja vergleicht Gottes Handeln mit der Fürsorge einer Mutter für ihren Säugling, für ihre Kinder: Sie nährt und tröstet sie.

 

Ich will euch trösten, wie eine Mutter tröstet, spricht Gott. Wenn Eltern ihre Kinder trösten, nehmen sie sie in den Arm, beruhigen sie und trocknen die Tränen. „Es wird alles wieder gut,“ ist der Satz den sie sagen. Sie vertrauen darauf, dass es so sein wird, auch wenn die Eltern dies im Moment nicht garantieren können. Und das Kind? Es glaubt daran, es vertraut, weil es die Eltern sind, die es gut mit ihm meinen. So lässt sich das Kind trösten. Und es wird dann auch alles wieder gut. Es braucht eine vertrauensvolle Beziehung, damit Trost gelingen kann.

Wir können darauf vertrauen, dass diese Zusage auch uns gilt. Dass Gott gegenwärtig bei uns ist und uns nährt und tröstet wie eine Mutter. Es sind Worte, die uns trösten wollen und Gesten, die uns diesen Trost fühlen lassen können.

Lasst uns in dieser Zeit auf diese Worte vertrauen, dass Gott uns tröstet.

Wenn wir uns alle wiedersehen, holen wir das; in „die Arme nehmen“, die Hände schütteln, nach.

Auch diese Freude drüber können wir schon jetzt spüren! Freute euch, freue dich!

AMEN

 

Liedvers 171,1:

Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott, sei mit uns auf unseren Wegen. //:Sei Quelle und Brot in Wüstennot, sei um uns mit deinem Segen.://

 

Vaterunser

 

Liedvers 171,2-4

  1. Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott, sei mit uns in allem Leiden.

//:Voll Wärme und Licht im Angesicht, sei nahe in schweren Zeiten.://

  1. Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott, sei mit uns vor allem Bösen.

//:Sei Hilfe, sei Kraft, die Frieden schafft, sei in uns, uns zu erlösen.://

  1. Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott, sei mit uns durch deinen Segen.

//: Dein Heiliger Geist, der Leben verheißt, sei um uns auf unsern Wegen.://

 

Gott behüte dich, er lasse leuchten sein Angesicht über dir und sei dir gnädig. Er erhebe sein Angesicht auf dich und schenke dir seinen Frieden.

 

Amen

Die Andacht wurde zur Verfügung gestellt von Pastorin Sabine Spirgatis.

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„Ich hoffte auf Licht, und es kam Finsternis.“

Passionsandacht 18. März 2020

Sich in das Leiden hineinbegeben

 

Herzlich willkommen zur Passionsandacht. Wie Sie wahrscheinlich wissen, bedeutet das Wort Passion „Leiden“.  Ich frage mich, wo kommt das Leiden, die Zerbrechlichkeit des Lebens in unserem Alltag vor? Höchstens in der Tagesschau jeden Abend? Meistens halten wir das Leiden möglichst von uns fern. Das ist völlig in Ordnung, denn so schützen wir uns vor Überwältigung. Anders ist die Situation, wenn es uns oder nahestehende Menschen direkt trifft. Aber Gott hält Schmerzen nie von sich fern. In Christus hat er sich ganz in das Leiden der Welt hineinbegeben. Das tut er heute auch noch. In dieser besonderen Zeit des Kirchenjahres, der Passionszeit, können wir uns mit Gott verbinden.

Wir wollen also heute das Leiden in unserem Leben, im Leben von anderen und in der Welt bedenken.

Wir singen das Lied aus dem Gesangbuch Nr. 637,

Der Lärm verebbt

 

Wir beten:

Ewiger, heiliger, geheimnisreicher Gott,

Ich komme zu dir.
Ich möchte dich hören, dir antworten.
Vertrauen möchte ich dir und dich lieben,
dich und alle deine Geschöpfe.
Dir in die Hände lege ich Sorge,
Zweifel und Angst.
Ich bringe keinen Glauben
und habe keinen Frieden.
Nimm mich auf.

Sei bei mir, damit ich bei dir bin, Tag um Tag,

Führe mich, damit ich dich finde

und deine Barmherzigkeit.

Dir will ich gehören,

dir will ich danken,

dich will ich rühmen,

Herr, mein Gott.

Amen                                                      (Gebet von Jörg Zink)

 

Unser Bibeltext für heute scheint nicht so recht in das Thema „Sieben Wochen Zuversicht“ zu passen. Er steht nämlich im Buch Hiob. Sie kennen wahrscheinlich die Geschichte Hiobs, aber ich möchte Sie kurz daran erinnern, was ihm alles passiert ist. Danach werden wir eine Zeit der Stille halten.

Hiob ist sehr reich, er hat viel Land und große Herden Vieh. Er und seine Frau haben 10 Kinder, sieben Söhne und drei Töchter. Hiob ist ein gerechter, frommer Mann, der viel Gutes tut. Bis er eine „Hiobsbotschaft“ nach der anderen bekommt. Aus dieser Geschichte stammt nämlich unser Begriff „Hiobsbotschaft“.

Hiobs Rinder und Esel werden gestohlen. Hiobs Schafe sterben durch ein Feuer. Die Chaldäer stehlen seine Kamele. Außerdem werden die Diener getötet, die sich um die Tiere kümmern. Und dann kommt das schlimmste Unglück: Das Haus, in dem Hiobs Kinder zusammen Geburtstag feiern, stürzt in einem starken Wüstensturm ein. Alle seine Kinder sind tot.

Zunächst duldet er das Unglück tapfer, sagt: „Der HERR hat’s gegeben, der HERR hat’s genommen, der Name des HERRN sei gelobt.“ (1,21). Dann bekommt Hiob am ganzen Körper Geschwüre und hat schreckliche Schmerzen. Und zum Schluss verliert er auch noch die Unterstützung seiner Frau – denn sie findet seine Frömmigkeit jetzt lächerlich und fordert Hiob auf, sich von Gott loszusagen. Er versteht nicht, warum das alles passiert, und ist verzweifelt. Er verflucht den Tag, an dem er geboren wurde.

Drei Freunde Hiobs kommen, um bei ihm zu sein. Bald fangen sie an, auf ihn einzureden. 35 lange Kapitel des Buches sind voll mit den Erklärungen, Anschuldigungen und Ratschlägen der Freunde sowie mit Hiobs verzweifelten Antworten und Klagen. Aber noch am Anfang, in Kapitel 2, lesen wir etwas Interessantes über die Ankunft der drei Freunde (Hiob 2, 12-13):

Sie erhoben von ferne ihre Augen auf und erkannten ihn nicht wieder. Sie erhoben ihre Stimme und weinten, und ein jeglicher zerriss sein Obergewand, und sie streuten Aschenstaub auf ihr Haupt zum Himmel hin. Dann saßen sie mit ihm auf der Erde sieben Tage und sieben Nächte lang. Keiner sprach ein Wort, denn sie sahen, dass der Schmerz sehr groß war.

Ich lade Sie jetzt ein, genau wie Hiobs Freunde in der Stille zu sitzen, einfach bei ihm in seinem Schmerz zu sein. Schließen Sie für ein paar Minuten die Augen, bevor Sie weiterlesen.

 

 

Bei Hiob 30, 24-31 lesen wir:

Aber wird man nicht die Hand ausstrecken unter Trümmern und nicht schreien in der Not?  Weinte ich nicht über den, der eine schwere Zeit hat, grämte sich meine Seele nicht über den Armen?

Ich wartete auf das Gute, und es kam das Böse; ich hoffte auf Licht, und es kam Finsternis. In mir kocht es und hört nicht auf; mich haben überfallen Tage des Elends.

Ich gehe schwarz einher, doch nicht von der Sonne; ich stehe auf in der Gemeinde und schreie.

Ich bin ein Bruder der Schakale geworden und ein Geselle der Strauße.

Meine Haut ist schwarz geworden und löst sich ab von mir, und meine Gebeine verdorren vor Hitze.

Mein Harfenspiel ist zur Klage geworden und mein Flötenspiel zum Trauerlied.

 

Wer würde in dieser Situation nicht verzweifeln?  Ein Mensch schreit und klagt sein Leid.

Es ist ein sehr ehrlicher, offener Text. Ein zeitloser Text. Diese Geschichte wurde vor etwa 4.000 Jahren geschrieben und ist immer noch aktuell.

Lesen wir einige Verse noch einmal:

..wird man nicht die Hand ausstrecken unter Trümmern und nicht schreien in der Not?

Hiob stellt eine rhetorische Frage. Wer wird einem Verunglückten sagen, es sei nicht erlaubt, in der Not zu schreien und alles zu tun, um Hilfe zu bekommen? Das Bild der ausgestreckten Hand aus den Trümmern ruft in uns wahrscheinlich Fernsehbilder hervor, etwa von Erdbeben in der Türkei oder von zerstörten Gebäuden nach Bombenangriffen in Syrien. Helfer suchen nach Überlebenden, halten auch immer wieder inne, um vielleicht eine Stimme zu hören oder eine ausgestreckte Hand zu entdecken.

 

Weinte ich nicht über den, der eine schwere Zeit hat, grämte sich meine Seele nicht über den Armen?

Ich wartete auf das Gute, und es kam das Böse; ich hoffte auf Licht, und es kam Finsternis.

In mir kocht es und hört nicht auf; mich haben überfallen Tage des Elends.

Warum passiert mir das? Womit habe ich das verdient? Habe ich in meinem Leben nicht genug getan, um anderen in Not zu helfen? Solche Fragen lassen Hiob nicht los. Es kocht in ihm vor Wut und Verzweiflung. Er spürt die Ungerechtigkeit ganz körperlich, wie einen Überfall erlebt er seinen Absturz und den kompletten Zerfall seines Weltbildes. Im Buch Hiob wird eine Frage erörtert, die man bis dahin nicht gewagt hatte zu stellen, die aber heute noch aktuell ist: Warum leiden die Gerechten?  Oder; etwas moderner ausgedrückt: „Wieso lässt Gott das zu?“

Das Buch Hiob macht deutlich: Diese Frage wird anders sein, je nach eigener Erfahrung: Wer direkt vom Unglück betroffen ist, wird nicht einfach sagen können: Gott macht alles gut.

 

Lesen Sie noch mal auf die starken Bilder der Verse 28 bis 30:

Ich gehe schwarz einher, doch nicht von der Sonne; ich stehe auf in der Gemeinde und schreie.

Ich bin ein Bruder der Schakale geworden und ein Geselle der Strauße.

Meine Haut ist schwarz geworden und löst sich ab von mir, und meine Gebeine verdorren vor Hitze.

Im letzten Vers fasst Hiob das Ganze zusammen: Mein Harfenspiel ist zur Klage geworden und meine Flöte zur weinenden Stimme. Hiob ist ganz körperlich gezeichnet, er beschreibt seine Schmerzen und innere Zerrissenheit in drastischen Bildern, die auch an viele Psalmen erinnern. Lesen Sie zum Beispiel Psalm 102, Vers 7: Ich bin wie die Eule in der Einöde, wie das Käuzchen in den Trümmern. Oder denken Sie an Psalm 22,2 Warum hast du mich verlassen? Diese Worte hat auch Jesus am Kreuz gesprochen. Wir können uns mit unserem eigenen Leid in dieses Leiden hineinbegeben.

 

Es ist für Hiob ein ganz langer Prozess, der hier in vielen Kapiteln beschrieben wird. Erst am Ende des Buches wird klar, dass dieser Prozess notwendig und richtig war. Anders als seine Freunde nämlich redet Hiob in Klage und Anklage zu Gott, während seine Freunde über Gott reden. Das wird noch vor unserem Text im Vers 20 deutlich: Ich schreie zu dir, aber du antwortest mir nicht; ich stehe da, aber du achtest nicht auf mich. Mit seinen Schreien möchte er durch ihre Lautstärke und Eindringlichkeit das Schweigen Gottes durchbrechen. Er sehnt sich nach Kontakt, nach Kommunikation. Er lässt damit nicht von Gott ab, und im Kapitel 38 wird seine Beharrlichkeit belohnt, denn Gott spricht endlich zu ihm.

Die Geschichte Hiobs steht in einer langen Tradition von Leidenden und Klagenden in der jüdischen Geschichte, eine Tradition, die vor ihm begann und durch die Jahrhunderte bis heute weitergetragen wurde. Anlass genug zum Klagen hat das jüdische Volk ja immer gehabt.  Das wir vor Kurzem an die Befreiung von Ausschwitz vor 75 Jahren erinnert haben ist ein aktuelles Beispiel.

Mit diesem Text werden wir auch an all das Leid in der Welt erinnert. Für mich bedeuten diese Worte: Es darf geklagt, geschrien werden! Die Opfer von Hanau und anderen Anschlägen, das Leiden der Menschen in Syrien oder an der Grenze zu Griechenland, die verlassenen Kinder in den Flüchtlingscamps, die Hungernden im Jemen und an vielen anderen Orten, wo schreckliche Konflikte herrschen und Katastrophen das Leben zerstören. Heutzutage wird uns auch immer wieder klar, wie die Schöpfung leidet und unsere Mitgeschöpfe, ganze Landschaften und das Klima von uns Menschen zerstört werden.

 

Ich lade Sie ein, für leidende Menschen und Geschöpfe eine Kerze anzuzünden. Wenn Sie mögen, sprechen Sie Ihr Gebet laut. Sie können aber auch in der Stille eine Kerze anzünden. 

 

Wir beten das Vaterunser

 

Wir singen zum Schluss das Lied aus dem Gesangbuch Nr. 473

Mein schönste Zier

 

Segen:

Es segne und behüte uns Gott:

Grund, der uns trägt,

Kraft, die uns aufrichtet,

Leben, das uns bewegt,

Vater, Sohn und Heiliger Geist.

Amen

 

Die Passionsandacht wurde von Maureen Trott erarbeitet.

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Gottesdienste in Oststeinbek:

19. April 2020 10:00 Gottesdienst Oststeinbek Pastor Kelm
26. April 2020 10:00 Gottesdienst Oststeinbek Prädikant Trott
3. Mai 2020 10:00 Ökumenischer Maibaum-Gottesdienst Oststeinbek Pastorin Spirgatis
10. Mai 2020 10:00 Gottesdienst mit Abendmahl Oststeinbek Pastor Kelm