Die farbige Gestaltung des Gemeindezentrums

Die farbige Gestaltung

Das Gemeindezentrum ist Bestandteil seiner Umgebung. Es ist gebaut für die Menschen dieses Stadtteils und soll ein erfreulicher Anblick sein. Nicht nur an sonnigen Tagen, sondern auch bei bedecktem Himmel oder gar bei Regen möchte es seine Farbigkeit behalten: Farben wie die Blumen in den Gärten, die wir in angemessener Größe vor den Häusern so oft vermissen. eine architektonisch gegliederte, d. h. in den Baukörper rhythmisierte Fassade wird zum einheitlichen Bild durch die Bemalung. Eine technische Fassade aus emaillierten Stahlplatten im Raster, d. h. in mechanischer Wiederholung aufgehängt, gewinnt aus dem Netz der Fugen das freie Spiel der bildhaften Farb-Formen. Sie sind aus der Geometrie der Fugen entwickelt, benutzen diese Fugen als Kompositionsunterlage und lassen sie gleichzeitig vergessen. So durchdringen sich Technik als zu berechnende Konstruktion und freie Malerei.

In dieser Einheit wird das gemalte Bild selbst zur Architektur als große Zusammenfassung ebenso wie in der Artikulation der einzelnen Baukörper bis hin zu den Gesimsen, die das Bauwerk zum Himmel abgrenzen. Die Zone der Gesimse lässt den Klang der Farben erkennen in ihrem jeweiligen Verhältnis zum Licht des Himmels.

Es wird zu beobachten sein, dass die Bauten nicht abgeschnitten erscheinen, oder gar als Fremdkörper vor dem Blau oder den Wolken des Himmels stehen, sondern dass eine Vermählung stattfindet in unerschöpflicher und überraschender Vielfalt, je nach der Qualität des Lichtes, das immer neu und anders ist.

Die Frage nach der Bedeutung: Der immer wiederholte Satz: "Was soll es bedeuten?", der so oft den Zugang zu Kunstwerken versperrt, kann angesichts dieser Architektur am leichtesten überwunden werden. Sie bedeutet nichts, sondern ist es selber, ist das, wovon wir Gebrauch machen, und ihr Erscheinungsbild spiegelt den Gebrauch wieder, den Gebrauch, den wir als die Möglichkeit zu einem freien und schönen Leben empfinden. Das ist die Brücke von außen nach innen. Die Menschen sollen sich in den Räumen wohlfühlen, ohne gleich an Kunst zu denken. Die Schönheit der Raumfolgen in rhythmischen Unterschieden und Abwechslungen erlebt man wie ein gutes Gefühl, über das man nicht nachzudenken braucht. So geschieht eine Einstimmung, durch die der Mensch zu sich selber findet und damit zu dem Grund seines Daseins, der durch Höhe und Weite, durch Gliederung und Farbigkeit zum Gottesdienst einlädt.

H. Kock

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+) Ev.-Luth. Kirchengemeinde Kirche in Steinbek
Kirchsteinbek - Mümmelmannsberg - Oststeinbek
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