Unsere Kindergärten
Mit Gott groß werden

Unsere Kindergärten
Mit Gott groß werden
In der Ev.-Luth. Kirchengemeinde Kirche in Steinbek gibt es drei Kindergärten, in denen Kinder mit Gott groß werden können. Darin geben wir Ihren Kindern Geborgenheit, damit sie staunend die Welt entdecken und neue Beziehungen entwickeln können. Wir möchten ihr Selbstvertrauen und ihr Verantwortungsgefühl stärken. Bei unserer Arbeit leitet uns die Achtung vor jedem einzelnen Menschen und das Bestreben, auch Benachteiligten zur Eigenständigkeit zu verhelfen. Wir sind davon überzeugt, dass ein lebendiger christlicher Glaube ein Schatz für das ganze Leben ist und dass der größere Lebenszusammenhang einer Gemeinde mitten im Stadtteil ein kräftiger Rückhalt ist.
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Kindergarten Blog
Freitag, 30. November 2007 - 13:40 Uhr
Händchen halten!?!
Ein Beitrag aus dem Kindergarten Kirchsteinbek
Händchen gehalten wird bei uns im Kindergarten durchaus auch, liebe Leser – dieser Artikel wird sich aber mit einer anderen Form des Anfassens beschäftigen. In einer Kindergruppe in der Öffentlichkeit zu zweit angefasst zu gehen, wird heute und wurde besonders in den Siebziger Jahren verpönt als autoritär, altmodisch; ja gar als militärischer Drill bezeichnet.
Ich möchte Sie einladen, die Angelegenheit von einer ganz anderen Warte zu betrachten – ähnlich wie das Schlange stehen, von dem schon einmal im Gemeindebrief die Rede war. Wenn wir mit unseren Kindern einen Ausflug machen und uns als große Gruppe im Straßenverkehr bewegen oder etwa auf einem U- Bahnhof umsteigen, gibt es für die Kinder eine Menge zu sehen. Kinder im Alter zwischen 3 und 6 Jahren sind an allem interessiert, optische und akustische Eindrücke wirken ungefiltert auf sie ein.
Wir Erwachsenen haben gelernt, das für uns im Augenblick Wichtigste in den Vordergrund zu rücken, alles andere weitgehend beiseite zu drängen (aber versuchen Sie mal, sich an Ihre Einkaufsliste zu erinnern, wenn laute Werbebotschaften im Supermarkt Ihnen andere Bedürfnisse einhämmern). Man braucht also so etwas wie einen Leuchtturm oder einen Kompass, um sich zurechtzufinden oder zu orientieren.
Ein Kind kann dieses erleben:
- Welch ein gutes Gefühl kann es sein, wenn eine Hand mich hält!
- Mein/e Partner/in (so nennen wir jeweils das Kind, das ein anderes
anfasst) gibt Acht auf mich – ich gebe Acht auf ihn/sie – das gibt uns beiden Sicherheit.
- Beim Umsteigen auf dem Bahnsteig, vor dem Aufbruch vom Picknick ist es unübersichtlich – die Erzieherinnen rufen: „Sucht Euren Partner!“ – ich muss nur dieses Kind suchen und es sucht mich; so finden wir in die Gruppe zurück und können uns geborgen fühlen. - Wir kennen uns gut und mögen uns, wir können unterwegs beim Gehen ein wenig klönen und viel Spaß haben. Ich fühle mich gehalten und beschützt und bin nicht allein.
Wir denken, dass hier Bedürfnisse erfüllt werden, die überhaupt nicht altmodisch und überholt sondern hochaktuell sind. Was meinen Sie, liebe Leser? Wir grüßen Sie: Ihr Team des Kindergartens in Kirchsteinbek
Freitag, 30. November 2007 - 13:38 Uhr
Individualität oder Gemeinsinn? Ein Plädoyer für die goldene Mitte
Ein Beitrag aus dem Kindergarten Oststeinbek
Oft hören wir von Eltern: Mein Kind soll selbst entscheiden, ob es am Ausflug teilnehmen will, ob es Sport treiben will, ob und was es frühstücken möchte. Auch wenn gemeinhin gesagt wird, dass das "Zeitalter der Individualisierung" langsam zu Ende gehe, so gibt es auch heute eine Reihe von Eltern, die dieses pädagogische Ideal für ihre Kinder einfordern. Andere folgen eher der Erkenntnis, wie viel Problematisches eine einseitige Individualisierung der Gesellschaft bereits mit sich gebracht hat. Sie fordern eher Erziehung zum Gemeinsinn, zu sozialem Gruppen(er-)leben, feste Regeln, die der Orientierung dienen und der Vorbereitung auf einen auf Gruppenlernen ausgerichteten Schulalltag.
Wenn man pädagogische Schriften über den "richtigen Weg" historisch verfolgt, so fällt auf, dass sich die widerstreitenden Forderungen eigentlich nicht geändert haben und phasenweise immer wieder die eine oder die andere "en vogue" ist. Daher kann man berechtigterweise zu dem Schluss kommen, dass beide pädagogischen Ideale ihre Berechtigung haben, und dass sie nur im angemessenen Miteinander eine Chance haben, den Bedürfnissen Ihrer Kinder wirklich gerecht zu werden.
Bei uns im evangelischen Kindergarten in Oststeinbek findet daher jedes Kind ab dem Beginn seiner Kindergartenzeit eine feste Gruppe vor. Hier kann es im Rahmen seines Gruppenraumes und in verlässlichen Beziehungen zu seinen Gruppenerzieherinnen Sicherheit und Orientierung finden.
Bereits vom ersten Kindergartentag an erwerben die Kinder soziale Kompetenzen. Es ist wichtig, dass sich Kinder auch für andere verantwortlich fühlen und kleine Aufgaben für die Gruppe erledigen können. Das macht sie stolz und stark. Sobald es ohne Bedenken möglich ist, bewegen sich die Kinder nach Absprache mit ihren Erzieherinnen auch in anderen Gruppen oder im Garten. Für gruppenübergreifende Bildungsangebote, wie z. B. die Vorschularbeit, Englisch im Kindergarten, Ausflüge ins Hamburger Planetarium und Bewegung in der örtlichen Sporthalle ziehen wir die Vorschulkinder aus den ansonsten altersgemischten Gruppen heraus. Hier erleben sie sich bereits in Ansätzen als "aus ihrer Gruppe heraus ragend".
Darüber hinaus werden die Kinder von Anfang an nicht nur ermutigt, Mitgefühl für andere zu entwickeln, sondern auch eine eigene Meinung zu haben, Bedürfnisse anzumelden, Kritik zu formulieren und anderen zu helfen, Regeln einzuhalten. Das stärkt nicht nur ihre Verantwortlichkeit der Gemeinschaft gegenüber, sondern auch ihre individuelle Selbstverantwortlichkeit. Beides sind wichtige Kompetenzen, die z. B. störungsfreies Lernen in der Schule erst ermöglichen.
Wirklich individuelles Eingehen auf Ihr Kind braucht also beide pädagogischen Wege gleichermaßen: daher bieten wir in unserem Kindergarten jedem einzelnen zu seiner Zeit so viel Freiheit wie möglich, aber so viel Schutz wie nötig; so viel Individualität wie möglich, aber immer auch mit dem Ziel, der Gemeinschaft zu nützen und sie nicht zu behindern. Ruth Severin