Trauer

Trauerphasen

  nach
Verena
Kast
nach
Yorick
Spiegel
nach
Elisabeth
Kübler-Ross
1.) Nicht - Wahrhaben - Wollen Schock Nicht - Wahrhaben - Wollen und Isolierung
2.) Aufbrechende Emotionen Kontrolle Zorn
3.) Suchen, finden, sich trennen Regression Verhandeln
4.) Neuer Selbst- und Weltbezug Anpassung Depression
  - - 5.) Zustimmung

Psychische Reaktion auf den Tod oder Verlust

Psychische Reaktion auf den Tod oder Verlust eines nahe stehenden Menschen oder auf einen anderen persönlich schwerwiegenden Verlust.

Die erste Reaktion wird meist als Gefühl des Nicht-wahrhaben-Wollens und der Betäubung beschrieben. Hierauf folgen Sehnsucht und Verzweiflung. Diese Verzweiflung wird, insbesondere bei einem unerwarteten und plötzlichen Verlust, nicht selten von Todeswünschen begleitet. In den darauf folgenden Wochen bleibt eine gegen Außenreize empfindliche, niedergeschlagene bis depressive Grundstimmung vorherrschend. Schlafstörungen und Desinteresse an der Umwelt sind in dieser ersten Zeit der Trauer die Regel.

Die Trauer gehört zu den (extrem) kritischen Lebensereignissen, deren Bewältigung für die psychische Gesundheit eine unabdingbare Notwendigkeit darstellt. Für den Prozess der Bewältigung hat Sigmund Freud den Begriff der Trauerarbeit geprägt. Die Trauerarbeit und die damit verbundene allmähliche Loslösung von dem verlorenen Menschen verläuft in mehreren Phasen. Nach den oben genannten Phasen der Betäubung, der Sehnsucht und der Verzweiflung stellt sich in der Regel nach etwa einem Jahr ein Zustand der inneren (und äußeren) Reorganisation des Trauernden ein.

Es besteht heute weitestgehend Einigkeit darüber, dass diese Phasen durchlaufen bzw. abgearbeitet werden müssen. Geschieht dies nicht, ist ein Zustand pathologischer Trauer die Folge. Häufigste Erscheinungsform der pathologischen Trauer ist die als chronische Trauer bezeichnete dauerhaft tiefe Depression. Beeinträchtigt werden kann die psychische Reorganisation u. .a. durch unbewusste Schuldgefühle oder Aggressionen gegenüber dem Verstorbenen.

Als eine der wichtigsten Ursachen der Unfähigkeit zu erfolgreicher Trauerarbeit wird auch die Verdrängung des Todes und der Sterblichkeit aus dem allgemeinen Bewusstsein beschrieben. Grund dafür ist der durch das moderne kapitalistische Wirtschaftssystem bedingte Leistungs- und Erfolgskult. Ein trauernder Mensch ist nicht optimistisch gestimmt, stört, erbringt nicht die geforderte Leistung; er bleibt in der beruflichen Konkurrenz auf der Strecke bzw. wird von Vorgesetzten mit den betrieblichen Erwartungen konfrontiert. Diese Umstände wirken auf eine Unterdrückung des Trauerns hin bzw. wirken sich zusätzlich negativ auf das Befinden aus, so dass eine Bewältigung des Traueranlasses ausbleibt. Trauernde Menschen stellen in gewisser Weise das Gegenteil der jungen, zufriedenen, glücklichen Menschen aus der allgegenwärtigen Werbewelt dar. Nahezu alle Kulturen und Religionen begegnen der Notwendigkeit, sich mit dem Tod auseinander zu setzen, in spezifischen Ritualen, die den Hinterbliebenen den Abschied erleichtern sollen.

Quelle: Vierecke, Andreas. "Trauer." Microsoft® Encarta® 2006 [DVD]. Microsoft Corporation, 2005.

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