Reformprozeß - NEK Synode
Nordelbien hält an der "Nordkirche" fest
9.2.2008 - Rendsburg (epd). Trotz Kritik einzelner Mitglieder der nordelbischen Synode (Kirchenparlament) hält die Nordelbische Kirche am Zeitplan für die mögliche "Nordkirche" fest. Im September 2008 werde über den Fusionsvertrag mit Mecklenburg und Pommern abgestimmt, sagte Synodenpräsident Hans-Peter Strenge am Sonnabend in Rendsburg. Ende 2011 soll die neue Verfassung dann beschlossen werden. Während der Synodentagung wurde eine Info-Broschüre zur "Nordkirche" vorgestellt.
Vor allem das hohe Tempo der Fusion wurde von einzelnen Synodalen kritisiert. Es fehle eine offene Atmosphäre, in der die Fusion auch kritisiert werden könne, sagte Karl-Heinz Roll (Kellinghusen). Die Basis werde nicht miteinbezogen. Pastor Holger Asmussen (Föhr) nannte den Fusionsprozess "einen Rausch". Er habe den Verdacht, dass die Kirche damit zum Teil vor ihren eigenen Problemen davonlaufe. Die Fusion sollte verschoben werden, um ein Meinungsbild in der Kirche zu erheben.
Der Schleswiger Bischof Hans Christian Knuth plädierte für eine zügige Beratung. Eine ausgedehnte Verlobungszeit würde sich auch hier nicht bewähren. Bischöfin Bärbel Wartenberg-Potter sieht in der "Nordkirche" eine große Chance für ein Zusammenwachsen von Ost und West. Mit der Verfassung Ende 2011 müssten noch nicht alle Detailbestimmungen angeglichen sein. So werde es im Übergang noch einen eigenen Bischof für Pommern geben. Damit wird nach den Worten von Hamburgs Bischöfin Maria Jepsen der Zeitdruck aus der Fusion genommen. Dies sei notwendig, damit "auch die kleine Seele" mitkommt.
Pommerns Synodenpräsident Rainer Dally plädierte für eine Grundsatzentscheidung im September. Eine gute Vorarbeit sei notwendig, damit von den Synoden sachliche Entscheidungen getroffen würden. Viele Gemeindemitglieder haben nach den Worten von Dorothea Strube, Vize-Präsidentin der mecklenburgischen Synode, das Gefühl, sie würden nicht mehr mitkommen. Die Debattenpapiere müssten verständlicher verfasst werden.
Keine Entscheidung wurde über den künftigen Standort von Kirchenamt und Landesbischof getroffen. Bernt Strenge (Hamburg) plädierte dafür, den Standort Kiel beizubehalten. Man sollte die Mitarbeiter im Kirchenamt, die die Kirchenfusion vorbereiten, nicht durch einen möglichen Umzug demotivieren. Nach den Worten der Gender-Beauftragten Ingeborg Kerssenfischer wären von einem Umzug des Kirchenamtes weibliche Teilzeitkräfte und Alleinerziehende besonders betroffen.
Im Kirchenamt in Kiel sind mehr als 150 Mitarbeitende beschäftigt. Als mögliche Standorte werden neben Kiel noch Lübeck, Hamburg und Schwerin geprüft. Bis April 2008 soll ein Vorschlag ausgearbeitet werden. (Quelle: epd - www.nordelbien.de)
+) Ev.-Luth. Kirchengemeinde Kirche in Steinbek
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