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Gemeinsam auf dem Weg
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| Auf dem Weg zu einer gemeinsamen Kirche im Norden: Präsentation | Präsentation [1.617 KB] |
Nordkirche Blog
Montag, 30. März 2009 - 09:20 Uhr
Weg frei für die Nordkirche 2012
Rendsburg (epd). Die erste Fusion evangelischer Landeskirchen in Ost- und Westdeutschland ist perfekt. Die Synoden Nordelbiens, Mecklenburgs und Pommerns stimmten am Sonnabend mit den jeweils nötigen Zwei-Drittel-Mehrheiten der Bildung der Nordkirche zu. In den Bundesländern Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern soll bis 2012 die fünftgrößte deutsche Landeskirche mit rund 2,4 Millionen Mitgliedern entstehen.
Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland wird sich auf 40.000 Quadratkilometern von Sylt bis Ueckermünde erstrecken. Mit der Fusion verringert sich die Zahl der evangelischen Landeskirchen in Deutschland von derzeit 22 auf 20.
Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Wolfgang Huber, sagte, die drei Landeskirchen hätten ein "weiteres deutliches Zeichen für die Reformfähigkeit des deutschen Protestantismus" gesetzt. Die Entscheidung sei außerdem im 20. Jahr nach der friedlichen Revolution von 1989 ein "beispielhafter kirchlicher Schritt für die konstruktive Aufnahme der unterschiedlichen Traditionen und Erfahrungen aus Ost und West".
Der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands, der Münchener Landesbischof Johannes Friedrich, dankte den Verantwortlichen in den drei beteiligten Landeskirchen, dass sie "zu so vielen Kompromissen" bereit seien, um den Schritt zu einer Fusion "trotz nicht geringer Bedenken" zu gehen. Auch die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann und der braunschweigsche Landesbischof Friedrich Weber begrüßten die Zustimmung zur Fusion ebenso wie der katholische Hamburger Erzbischof Werner Thissen.
Er hoffe, so Thissen in der "Welt am Sonntag", dass die neue evangelische Kirche in Norddeutschland einen Beitrag zur Weiterentwicklung der deutschen Einheit leisten werde. Solches Engagement würde nach wie vor gebraucht. Das nach dem Fall der Mauer gegründete katholische Erzbistum Hamburg, zu dem die Hansestadt, Schleswig-Holstein und Mecklenburg gehören, erlebe das Miteinander von Ost und West als große Bereicherung. Hier leben rund 397.000 Katholiken.
Die Abstimmung in den drei Kirchenparlamenten erfolgte am Sonnabendmittag zeitgleich an den drei Tagungsorten Rendsburg, Plau am See und Züssow. Die nordelbische Synode votierte mit 102 Ja- und 26 Nein-Stimmen für den Vertrag, in Mecklenburg gab es 39 Ja- und 17 Nein-Stimmen, in Pommern 44 Ja- und 13 Nein-Stimmen bei einer Enthaltung.
Bis zuletzt war die Zustimmung der Synoden fraglich. Im nordelbischen Kirchenparlament waren Forderungen laut geworden, die Fusion zu verschieben und zunächst lediglich die Kooperation der drei Landeskirchen fortzusetzen und zu intensivieren.
Strittig in dem Fusionsprozess waren vor allem Standortfragen und das Arbeitsrecht. Der am 5. Februar von den Kirchenleitungen unterzeichnete Vertrag sieht Kiel als Ort des gemeinsamen Kirchenamtes und Schwerin als Sitz des Landesbischofs vor. Ursprünglich war für beide Organe Lübeck vorgesehen.
Gliedern soll sich die Nordkirche in elf nordelbische und die beiden neu zu bildenden Kirchenkreise Mecklenburg und Vorpommern. Neben dem Landesbischof in Schwerin wird es Sprengelbischöfe in Hamburg, in der Stadt Schleswig für Schleswig-Holstein sowie in Greifswald für Mecklenburg-Vorpommern geben.
Nach Bekanntgabe des Ergebnisses der nordelbischen Synode in Rendsburg reagierte der Vorsitzende der Kirchenleitung und Schleswiger Bischof Gerhard Ulrich erleichtert. Er dankte den Synodenmitgliedern in allen drei Landeskirchen. "Jetzt muss eine neue Gemeinschaft wachsen", sagte er. Seine Amtsschwester und Hamburg-Lübecker Bischöfin Maria Jepsen versicherte: "Wir gehen gemeinsam auf den Weg." Der Vizepräsident der Synode und Meldorfer Pastor Thomas Baum sagte, jetzt müsse eine für alle Beteiligten akzeptable Verfassung erarbeiter werden.
Ulrich kündigte an, dass in baldigen Gesprächen mit den Kirchenleitungen dafür geworben wird, für alle angestellten kirchlichen Mitarbeiter die Möglichkeit von gewerkschaftsbeteiligten Tarifverträgen anzupeilen. Während dies in Nordelbien Praxis ist, sitzen sich in den beiden östlichen Kirchen noch Arbeitnehmer und spezielle Kommissionen ohne Gewerkschaften gegenüber.
Erst zu Jahresbeginn war die Fusion der Kirchenprovinz Sachsen mit der Landeskirche Thüringen zur Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland wirksam geworden. Zudem prüfen die fünf Landeskirchen in Niedersachsen, ob ein Zusammenschluss sinnvoll ist. Angesichts einen sinkenden Zahl von Kirchenmitgliedern und Finanzeinbußen hatte die EKD 2007 eine radikale Verringerung der Zahl der Landeskirchen auf etwa acht bis zwölf im Jahr 2030 ins Gespräch gebracht. Die Initiative dazu soll aber aus den Landeskirchen kommen.
Sonntag, 8. Februar 2009 - 20:59 Uhr
Fusion: Vertrag in Ratzeburg unterzeichnet
Nordkirche: Schwerin wird Bischofssitz
Schwere Niederlage für Lübeck. Kirchenamt bleibt in Kiel.
Von Wolfgang Schmidt und Karin Lubowski
Ratzeburg -Mit einer überraschenden Standortentscheidung für Schwerin und gegen Lübeck haben die drei evangelischen Landeskirchen in Norddeutschland den Weg für ihre Fusion zum Jahr 2012 gebahnt. Schwerin soll Sitz des gemeinsamen Landesbischofs werden, der erst 2012 bestimmt wird. Die Nordelbische Kirche stellt bis dahin ihre ursprünglich für Juni vorgesehene Bischofswahl zurück. Hauptsitz des neuen Landeskirchenamts wird Kiel.
Die Kirchenleitungen unterzeichneten nach langen Verhandlungen in Ratzeburg ihren Fusionsvertrag. In den nächsten drei Jahren wollen die Nordelbische, die Mecklenburgische und die Pommersche Kirche zu einer Nordkirche mit 2,4 Millionen Mitgliedern verschmelzen. Als Nächstes wird der Vertrag den Kirchenparlamenten der drei Landeskirchen zur Ratifizierung vorgelegt. Sie werden Ende März zeitgleich tagen, für die Zustimmung ist jeweils eine Zweidrittel-Mehrheit notwendig.
"Mit diesem Vertrag gründen wir zunächst einen Verband, der eine Verfassung erarbeiten und beschließen wird", sagte Mecklenburgs Landesbischof Andreas von Maltzahn.
Die Hansestadt Lübeck, die fest damit gerechnet hatte, Sitz der künftigen Nordkirche zu werden, geht im Fusionsvertrag leer aus. Lübeck erhält weder Kirchenamt noch Bischofssitz. Dabei schien der Sitz längst beschlossene Sache zu sein - Lübeck hatte sich im Vorfeld auch gegen Hamburg durchgesetzt. Und so lag am Freitag eine regelrechte Schreckensstarre über der Stadt. Weder Wirtschaftsverbände noch Verwaltung waren auf die Entscheidung vorbereitet. "Wir bedauern das sehr", hieß es in dürren Worten aus dem Rathaus. Dort hatte sich bereits eine Arbeitsgruppe gebildet, die Grundstücke für die künftige Nordkirche avisierte.
Vorsichtige Kritik kam von den Pröbstinnen Petra Kallies (Lübeck) und Frauke Eiben (Lauenburg): "Hier wird die Chance für einen Neuanfang vertan." Lübeck sei ein idealer Standort, denn der Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg bilde im Kleinen ab, was die Nordkirche im Großen ausmache. Die Hamburger Bischöfin Maria Jepsen, zu deren Sprengel Lübeck gehört, warb um Verständnis. Die Entscheidung, das Landeskirchenamt in Kiel anzusiedeln, habe vor allem finanzielle Gründe. "Wir können mitten in der Finanzkrise nicht mit Millionenaufwand ein neues Kirchenamt bauen", sagte sie.
Eine verfassungsgebende Synode soll am Reformationstag (31. Oktober) 2010 zu ihrer konstituierenden Sitzung zusammenkommen. Zum 1. Januar 2012 soll die Nordkirche dann als Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland gegründet werden.
erschienen am 7. Februar 2009
(Quelle: Hamburger Abendblatt
Samstag, 7. Februar 2009 - 12:04 Uhr
Fusionsvertrag für "Nordkirche" unterzeichnet
Ratzeburg (epd). Die evangelischen Kirchen in Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern haben die Weichen für den Zusammenschluss zur "Nordkirche" gestellt. Die neue Kirche soll den Namen Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland tragen. Die Kirchenleitungen der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs, der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche und der Pommerschen Evangelischen Kirche unterschrieben am späten Donnerstagabend im Ratzeburger Dom den Fusionsvertrag. Er soll Ende März von den drei Synoden ratifiziert werden.
Die angestrebte Fusion war in den zurückliegenden Monaten wiederholt auf Kritik gestoßen. Umstritten waren vor allem der künftige Sitz des Kirchenamtes und des Bischofs, die in Lübeck beheimatet sein sollten. Die Kirchenleitungen hätten sich nun darauf geeinigt, Kiel als Sitz des Kirchenamtes und Schwerin als Bischofssitz zu belassen, teilten die Landeskirchen mit.
Eine gemeinsame "Nordkirche" hätte 2,4 Millionen Kirchenmitglieder. Wenn die Kirchenparlamente zustimmen, könnte sie zum 1. Januar 2012 gegründet werden. Der neue Bischof soll 2012 von einer neuen gemeinsamen Synode gewählt werden.
Auch Tariffragen waren in den Fusionsverhandlungen umstritten. Im Bereich der Nordelbischen Kirche in Schleswig-Holstein und Hamburg bleibt es dem Vertrag zufolge bei der Tarifpartnerschaft. Bei Tarifverhandlungen werden sich weiterhin der kirchliche Arbeitgeberverband und Gewerkschaften gegenübersitzen. In den künftigen Kirchenkreisen Mecklenburg und Pommern werden weiterhin arbeitsrechtliche Kommissionen ohne Gewerkschaften verhandeln.
Derzeit zählt die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) 22 Landeskirchen mit rund 24,8 Millionen Mitgliedern. Erst zum Jahreswechsel waren die Kirchenprovinz Sachsen und die Landeskirche Thüringen zur Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland fusioniert.
(Quelle: http://www.epd.de/index_62015.html)
Freitag, 23. Januar 2009 - 13:26 Uhr
Nordelbische Pastorenvertretung: Klares "Nein" zur Nordkirche
Kiel/Hamburg (epd). Die nordelbische Pastorenvertretung hat sich vehement gegen die geplante Nordkirche ausgesprochen.
Sie sei "ein Modell von oben" und zudem "von betriebswirtschaftlichen Motiven" geleitet, "für die wir keine theologischen Grundlagen kennen", heißt es in einer Stellungnahme an die Kirchenleitung, die dem epd vorliegt.
Die Pastorenvertetung repräsentiert rund 1.400 aktive Pastorinnen und Pastoren sowie alle Ruhestandsgeistlichen in Nordelbien. Der Vorstand hat sieben Mitglieder, langjähriger Vorsitzender ist Pastor Herbert Jeute (55) aus dem Kirchenkreis Süderdithmarschen. Man werde die ablehnende Position auch auf der Synode Ende März "einbringen und begründen", sagte Jeute dem epd am Freitag.
Die Nordkirche führe "zu erheblichen Investitionskosten und unübersehbaren Folgekosten", heißt es weiter in dem Papier. Dazu gehöre auch "das Großprojekt eines Verwaltungsneubaus in Lübeck oder anderswo". Die "oberflächliche Vermischung von Theologie, Moral und Besoldungsrecht führt zu Ungerechtigkeit und schädigt die Motivation der Pfarrerschaft".
Die Diskussionen der vergangenen Monate hätten gezeigt, dass sich das Amts- und Gemeindeverständnis besonders in der mecklenburgischen Landeskirche deutlich von dem der nordelbischen Kirche unterscheide. Diese gewachsenen Identitäten zu schnell "von oben" zu vereinen, werde zu Konflikten und Verbitterungen führen, die der Kirche schaden.
"Wir befürchten, dass wichtige Identitäten der volkskirchlichen Mitglieder in Norddeutschland aufgegeben werden", sagte Jeute. Besonders für Nordelbien mit seinen vielerlei Reformprozessen sei die Bildung einer neuen Landeskirche schwierig und könne "nicht zur Mitgliederfestigung dienen".
Rückmeldungen aus der Pastorenschaft signalisierten deutlich, dass im Blick auf die Nordkirche "nichts langsam zusammenwächst", sondern dass die Kirche im Norden "als von oben geplant und mit massivem Druck durchgesetzt" erlebt wird. Jeute: "Uns fehlen gemeinschaftsstiftende theologische Begründungen und Visionen einer neuen Kirche, die mehr sind als nur 'groß' oder 'zum ersten Mal Ost und West'."
Nach Angaben der nordelbischen Pressestelle soll der Entwurf des Fusionsvertrages von den drei Kirchenleitungen in Nordelbien, Mecklenburg und Pommern bereits am 5. Februar unterzeichnet werden. Ende März könnte er von den gleichzeitig tagenden Synoden der drei Landeskirchen in Kraft gesetzt werden. Nach derzeitigen Planungen könnte die Fusion am 1. Januar 2012 in Kraft treten. Die Nordkirche hätte insgesamt rund 2,4 Millionen Kirchenmitglieder.
Freitag, 3. Oktober 2008 - 19:59 Uhr
Alles wird neu - Nordelbien vor umfassenden Reformen
Kiel (epd). Die Nordelbische Kirche wird vom 1. Oktober an auf
absehbare Zeit nur noch von zwei Bischöfen geleitet. Bischöfin Maria
Jepsen (63) ist in ihrem neuen Sprengel "Hamburg und Lübeck" künftig
auch für die Kirchenkreise Lübeck, Herzogtum Lauenburg und Pinneberg
zuständig. Gerhard Ulrich ist neuer Bischof im Sprengel "Schleswig
und Holstein", der bis ins dänische Grenzgebiet reicht. Er wird am 8.
November offiziell in sein Amt eingeführt. Erst im Juni 2009 wird
dann in Lübeck erstmals ein "Landesbischof" für Nordelbien gewählt.
Bislang hatte Nordelbien drei Bischöfe in Schleswig, Lübeck und
Hamburg. Sowohl Hans Christian Knuth (68) in Schleswig als auch
Bärbel Wartenberg-Potter (65) in Lübeck haben am (morgigen) Dienstag
ihren letzten Arbeitstag. Knuth wird die Vorstandssitzung der
Suchthilfe "Blaues Kreuz" leiten, und Wartenberg-Potter hat ihren
letzten Termin im Ökumeneausschuss.
An der Spitze Nordelbiens soll künftig ein Landesbischof stehen. Er
oder sie hat seinen Sitz im Kirchenamt in Kiel und ist Vorsitzender
der Kirchenleitung. Predigtstätte ist der Lübecker Dom. Sollte 2012
die "Nordkirche" mit Mecklenburg und Pommern kommen, steht
wahrscheinlich ein Umzug ins Haus. Ob es dann nach Lübeck, Schwerin
oder Hamburg geht, ist derzeit offen. Jepsen und Ulrich müssen sich
noch einigen, wer für ein Jahr den Vorsitz der Kirchenleitung
übernimmt.
Innerhalb der Kirche wird die Gliederung der überregionalen Aufgaben
in sieben "Hauptbereiche" die Arbeit verändern. Die neuen
Hauptbereichsleiter bilden eine neue Leitungsebene und können
Haushaltsmittel und Stellen für ihre Arbeitsbereiche selbstständig
verwalten. Die Synode (Kirchenparlament) wird nur noch
Gesamtzuschüsse festlegen und Arbeitsziele formulieren. Auf einzelne
Etatposten hat sie keinen Einfluss mehr. Auch das Kirchenamt in Kiel
ist nur noch für das Controlling der Hauptbereiche zuständig.
Drei Leitungspositionen wurden bereits besetzt. Es sind Stadtpastor
Sebastian Borck (Hamburg) für "Seelsorge", Frauenpastorin Kerstin
Möller (Kiel) für "Frauen, Jugend, Männer" und der pommerschen
Bildungsreferent Hans-Ulrich Keßler (Hamburg) für "Aus- und
Fortbildung". Eine vierte Besetzung für "Gottesdienst, Gemeinde"
folgt demnächst. Der Hauptbereich "Medien" steht noch aus.
Diakonische Werke und Missionszentrum bleiben selbstständig.
Der nächste große Reformschub in Nordelbien findet am 1. Mai 2009
statt. Dann werden sich die 27 Kirchenkreise zu elf großen
Kirchenkreisen zusammenschließen. (29.9.08/tm/me) (epd)
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