Bischöfin über Standort Lübeck nicht glücklich
Bischöfin Jepsen "nicht glücklich" über Entscheidung für Lübeck
Hamburg (epd/NEK). Hamburgs Bischöfin Maria Jepsen hat die Entscheidung für Lübeck als zentralen Standort der künftigen Nordkirche als "keineswegs sehr glücklich" bezeichnet.
Zwar verdiene "auch Lübeck unser Vertrauen" und es sei "sorgfältig und ausführlich beraten" worden. "Dass dann die Entscheidung nicht für Hamburg fiel, bedauere ich", sagte sie laut einer vorab veröffentlichten Stellungnahme für die Kirchenzeitung "Die Nordelbische" (Sonntagausgabe, 4. Mai).
Es hätte der neu entstehenden Kirche im Norden Deutschlands "gut angestanden, dorthin zu gehen, wo die Herausforderungen für die Kirchen besonders prägnant sind", so Jepsen weiter. Im säkularen und multireligiösen Umfeld der Metropole Hamburg würden "die Gegensätze aufeinander prallen und zukunftsfähige Strukturen und inhaltliche Lösungsansätze erarbeitet". Hamburg sei zudem der Ort, "wo die Musik spielt, wo Medien und Kultur, Internationalität und Ökumene ihren Sitz haben".
Zwar werde eine Kirche "nicht vorrangig vom Kirchenamt und von Leitungspersonen bestimmt", so die Bischöfin. "Aber dem Gesicht wird durch den Ort ein bestimmtes Gepräge gegeben - oder eben nicht." Für Hamburg als dem gemeinsamen Standort habe es im Vorfeld großes Wohlwollen und Entgegenkommen gegeben - nicht nur aus der Nordelbischen Kirche.
Sie hoffe, dass die evangelische Kirche in der Metropole Hamburg "nun auf andere Weise gestärkt und von allen geschätzt wird". Es gelte, die Vielfalt an gewachsenen und wachsenden Strukturen, Formen und Inhalten von Glauben und Kirche zu erkennen, als Reichtum zu begreifen und zu fördern.
Die Entscheidung für Lübeck als zentraler Standort für das Kirchenamt und den Leitenden Bischof der künftigen Nordkirche war von den drei Kirchenleitungen Nordelbiens, Mecklenburgs und Pommerns am Wochenende in Ratzeburg getroffen worden. Nach dem aktuellen Zeitplan wollen die drei Landessynoden im September über einen Fusionsvertrag entscheiden. Eine gemeinsame Verfassung wird bis 2011 angestrebt. Die Nordkirche wäre mit 2,4 Millionen Mitgliedern eine der größten Landeskirchen Deutschlands.
+) Ev.-Luth. Kirchengemeinde Kirche in Steinbek
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