Kirchentag soll nach Hamburg

120 000 Besucher werden erwartet. Kosten betragen

HA. Von Ulf B. Christen. Kiel/Hamburg - Hamburg wird absehbar den Zuschlag für den Kirchentag 2013 erhalten. "Die Chancen stehen sehr gut", sagte die Generalsekretärin des Vereins "Deutscher Evangelischer Kirchentag", Ellen Ueberschär, dem Abendblatt. Konkurrenten für die Hansestadt gebe es momentan nicht. "Die Hamburger können sich ja schon mal beim Kirchentag 2009 in Bremen umgucken", sagte Ueberschär schmunzelnd.

2010 ist ein Ökumenischer Kirchentag in München geplant, 2011 lädt Dresden zum Kirchentag. Danach böte sich wieder ein Ort in Norddeutschland an, meinte Ueberschär. Über den Kirchentag 2013 will der Verein Anfang 2009 entscheiden.

Ein Fragezeichen steht noch hinter der Finanzierung der fünftägigen Großveranstaltung mit rund 120 000 Besuchern, die um die 15 Millionen Euro kosten dürfte. Die Nordelbische Kirche (Hamburg, Schleswig-Holstein), die den Antrag beim Kirchentagsverein in Fulda gestellt hat, will sechs Millionen Euro bereitstellen. Fast ebenso viel könnten die Besucher des Kirchentages beisteuern. Die verbleibende Millionenlücke sollen nach Vorstellungen der Kirche die norddeutschen Länder und insbesondere Hamburg stopfen.

"Eine Förderung aus öffentlichen Kassen ist üblich", sagte Ueberschär. So hätten sich am Kirchentag in Köln 2007 (14 Millionen) die Stadt Köln mit zwei Millionen und das Land Nordrhein-Westfalen mit fünf Millionen Euro beteiligt. Bremen habe für den Kirchentag 2009 rund 7,5 Millionen Euro zugesagt. "Ich gehe davon aus, dass Hamburg sich ähnlich verhält und für 2013 etwas dazutut", sagte der Präsident der NEK-Synode, Hans-Peter Strenge. Eine Summe nannte er nicht.

Um einen Zuschuss will sich die NEK auch in Schleswig-Holstein bemühen und möglicherweise auch in Mecklenburg-Vorpommern. Hintergrund ist die geplante Fusion der NEK mit den Kirchen in Mecklenburg und Pommern. Die neue Nordkirche soll 2012 stehen.

(Quelle: Hamburger Abendblatt; Erschienen am 2. April 2008)