Paradies in Schleswig

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Kirchen eröffnen "Paradies" der Landesgartenschau

Paradies

Landesgartenschau Schleswig

Von Thomas Morell

Schleswig (epd). Keine Blumen, kein Schmuck, keine Blüten-Sträucher. Mit ihrem "Paradies" präsentieren sich die Kirchen bewusst als Kontrast auf Schleswig-Holsteins erster Landesgartenschau in Schleswig. Mit einem Gottesdienst und Fürbitten wurde das kirchliche Programm am Sonnabend eröffnet. Bis zum 5. Oktober werden an jedem der 164 Tage mehrere Veranstaltungen angeboten.

Ein schöner Garten, so der evangelische Bischof Hans Christian Knuth (Schleswig) im Eröffnungsgottesdienst, sei ein Hinweis auf das himmlische Paradies. "Jede Blume ist ein Lächeln Gottes." Aber auch Menschen dürften Blumen im Garten Gottes sein. Wenn die Bibel vom Paradies erzähle, dann leite sie ihre Beschreibung von den irdischen Schönheiten ab.

Gott habe den Menschen seinen Garten Eden anvertraut, sagte der katholische Weihbischof Norbert Werbs (Schwerin). Dies sei ein Zeichen von Vertrauen und Liebe gewesen. Der Mensch aber habe alles besitzen wollen und sei deshalb aus dem Paradies vertrieben worden. Die Menschen hätten seitdem eine große Sehnsucht, die aber nicht durch irdische Dinge, sondern allein von Gott gestillt werden könne.

Ein ungewöhnlich breites Programm bietet das "Paradies" in Schleswig, das direkt hinter dem Pastorat von Bischof Knuth aufgebaut wurde. Bis zum 5. Oktober werden 27 Gottesdienste und über 600 regelmäßige Veranstaltungen wie Mittagsandachten oder Gute-Nacht-Geschichten angeboten. Dazu kommen noch 300 Chorkonzerte, Lesungen und Diskussionen, die in einem 100-seitigen Programmheft aufgelistet sind. Für ihr "Paradies" hat Nordelbien mit Matthias Benckert eigens einen Pastor abgeordnet.

Gestaltet werden die Tage von einzelnen Gemeindegruppen aus Schleswig-Holstein und Hamburg. Die Themen reichen von "Obst in der Bibel" und "Handwerker bauen ein Kreuz" bis zur Hospizarbeit. Das "Paradies" solle vor allem ein Ort der Begegnung werden, so Pastor Benckert. Umgeben von alten Linden können die Besucher hier auch Ruhe finden. Benckert: "Dieser Bereich soll durch die Menschen zum Blühen gebracht werden."

Darüber hinaus eröffnet das Bibelzentrum im Schleswiger Dom am 1. Mai die Ausstellung "Unter Feigenbaum und Weinstock", in der die Bibel als Anleitung zur Gartenpflege, als Kochbuch und medizinischer Ratgeber präsentiert wird. Vor dem Dom sind 20 Mustergräber zu sehen, die Anregungen für eine kreative Grabgestaltung geben. Der Plattdeutsche Kirchentag findet am 28. Juni auf der Landesgartenschau statt. Stärker interreligiös orientiert ist der Zen-Garten, der nach den Prinzipien eines anerkannten Zen-Meisters zu Versenkung und Meditation anregen soll.

Dabei wäre das Engagement der Kirchen beinahe gescheitert. Während der Vorbereitung hatte der Kreis Schleswig-Flensburg die Ladenöffnung an den 24 Sonntagen während der Landesgartenschau beschlossen und dies mit einem "öffentlichen Interesse" begründet. Die Kirchen reagierten umgehend mit Protest, zogen sich jedoch nicht zurück. Nach den Worten von Bischof Knuth wird hier das Feiertagsgebot mit Füßen getreten. Programm-Infos unter www.paradies-schleswig.de (26.4.08/tm) (epd)

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+) Ev.-Luth. Kirchengemeinde Kirche in Steinbek
Kirchsteinbek - Mümmelmannsberg - Oststeinbek
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