Mümmelmannsberg kommt unter den Hammer

264 Wohnungen und 39 Geschäfte zwangsversteigert

Verschmierte Treppenhäuser, vergammelte Fahrstühle, undichte Fenster – so sieht das Zentrum von Hamburg-Mümmelmannsberg aus. Besserung ist nicht in Sicht! Der Vermieter ist pleite, die überfällige Sanierung auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschoben.

Jetzt wird die ehemalige Mustersiedlung (264 Wohnungen, 39 Geschäfte) an der Oskar-Schlemmer-Straße zwangsversteigert. Im November kommen die drei Hochhäuser, ein Einkaufszentrum und vier Pavillons unter den Hammer. Verkehrswert: 15,5 Millionen Euro. Doch wer zahlt so viel Geld für eine heruntergekommene Immobilie?

In den letzten zehn Jahren bissen sich sechs Investoren an dem Projekt die Zähne aus. Zuletzt kaufte die nordrhein-westfälischen Janssen & Helbing GmbH 2004 das Herzstück der Großsiedlung Mümmelmannsberg, blätterte dafür 9,3 Millionen Euro hin.

Der neue Vermieter schmiedete große Pläne, versprach: Der Komplex wird für 21,5 Millionen Euro saniert – teure Maisonette-Wohnungen und kostenlose Jugend-Räume inklusive. Sogar die Einverständniserklärungen der Mieter lagen schon vor.

Dann die überraschende Wende: Im Mai stellte Janssen & Helbing den Insolvenzantrag. Einmal mehr hatte sich die vermeintliche Goldgrube als Fass ohne Boden entpuppt. Vom Architektur-Wunder zum Mega-Flop: Bei der Eröffnung 1972 galt die Siedlung als zukunftsweisend – eine Mini-Stadt mit eigenem Einkaufszentrum, Spielplatz und Parkanlage im Innenhof.

Und heute? Ein Geschäft nach dem anderen streicht die Segel, der Putz bröckelt von den Fassaden. Selbst der Insolvenzverwalter spricht von einem „erheblichen Instandhaltungsrückstand“.

(Quelle: Bild Hamburg: Von D. SCHRÖDER, O. SCHIEL und S. HESSE (Fotos))

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+) Ev.-Luth. Kirchengemeinde Kirche in Steinbek
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