Bischofs-Wahl
Reaktionen nach Kandidatur von Horst Gorski
(Hamburger Abendblatt) An ihm scheiden sich die Geister: Konservative kritisieren den Altonaer Propst wegen seiner Grundsätze und seiner Homosexualität. Jetzt erhält er Unterstützung von liberaler Seite.
Im Konflikt innerhalb der Evangelisch-Lutherischen Kirche um die Bischofs-Kandidatur von Horst Gorski erfährt der Altonaer Propst breite Unterstützung von liberaler Seite. "Gorski ist ein glaubwürdiger Zeuge der christlichen Botschaft", sagt Hans-Martin Gutmann, Theologieprofessor der Uni Hamburg. Am 12. Juli entscheidet die Synode über die Nachfolge des Bischofs Hans Christian Knuth. Neben Gorski ist auch der Kappelner Propst Gerhard Ulrich für das Schleswiger Amt vorgeschlagen.
Wie berichtet, regt sich gegenüber Gorski massiver Protest von konservativer Kirchenseite. Grund sind seine theologischen Ansichten - und auch die homosexuelle Orientierung. Der emeritierte Pastor Dieter Müller von der Kirchlichen Sammlung um Bibel und Bekenntnis kritisierte gegenüber der Nachrichtenagentur idea eine Karfreitagspredigt von Gorski. Mit der Predigt habe sich Gorski "aus der lutherischen Kirche verabschiedet". Als Mitgründer eines Konvents homosexueller Pastoren und Pastorinnen könne er im Falle seiner Wahl "Ansehen und Gewicht der lutherischen Kirche in der Ökumene weiter ruinieren".
Synodenpräsident Hans-Peter Strenge wies diese Aussagen als "diffamierend" zurück: "In unserer Kirche gilt die Handreichung der Nordelbischen Synode zu den Lebensformen aus dem Jahr 1997. Im Anschluss daran besteht breiter Konsens, dass die Homosexualität eines Menschen kein Hindernis, weder für die Ordination noch für die Ausübung eines geistlichen Amtes, ist."
Ulrich Rüß, Pastor von St. Johannes und Vorsitzender der konservativen Sammlung, hat sich ebenfalls zu Gorski geäußert und ist über die Eigendynamik seiner und Müllers Argumente verärgert: "Homosexualität ist nicht der primäre Punkt, um den es uns geht", sagte er gestern dem Abendblatt. "Vielmehr bezweifeln wir, dass Gorski in der Lehrtradition der Kirche steht." Für Rüß sei ein Bischof, der privat eine andere sexuelle Haltung habe, nicht das vordringliche Problem. "Wohl aber einer, der elementare christliche Glaubensaussagen wie die Bedeutung des Leidens und Sterbens Jesu am Kreuz im Sinne des Bekenntnisses nicht nachvollziehen kann." Es sei problematisch, "wenn ein künftiger Bischof seine Homosexualität zur Ideologie" mache. Hier mehr
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