Appell wirbt für faire Beurteilung Israels
Frankfurt a.M. (epd). Politiker und Theologen haben die Deutschen zur Unterstützung Israels aufgefordert. Wenn der Staat Israel den 60. Jahrestag seiner Gründung begehe, verdanke er dies auch seiner militärischen Stärke, heißt es in einem am Freitag veröffentlichten Appell. Darin rügen die Verfasser, Israel werde zunehmend mit selbstgerechter Kritik und einseitigen Schuldzuweisungen konfrontiert: "Wir beobachten mit Sorge wachsende Tendenzen zur Delegitimierung des jüdischen Staates." Dabei werde auf judenfeindliche Traditionen zurückgegriffen, die über den Nahost-Konflikt instrumentalisiert würden.
Zu den Unterzeichnern des Appells gehören die evangelische Erfurter Pröpstin Elfriede Begrich, die Theologieprofessoren Ekkehard W. Stegemann, Peter von der Osten-Sacken, Klaus Wengst und Rolf Rendtorff, die Bundestagsabgeordneten Anke Eymer (CDU), Luc Jochimsen (Linkspartei) und FDP-Generalsekretär Dirk Niebel. Auch Vorstandsmitglieder des Koordinierungsrates der Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit und der Deutsch-Israelischen Gesellschaft finden sich auf der Liste.
Israel habe in den vergangen sechs Jahrzehnten selbstverständlich Fehler gemacht, wird in dem Text eingeräumt. Dabei dürfe es jedoch nicht mit anderen Maßstäben als andere Staaten beurteilt werden. Notwendig sei eine faire Beurteilung der Ursachen und Folgen des Nahost-Konfliktes. In seinem "Überlebenskampf" gegen Fundamentalisten und Extremisten verdiene Israel "uneingeschränkte Unterstützung". (05505/9.5.2008)
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