Im Portrait: Michael Ebeling

Im Portrait: Michael Ebeling

Michael Ebeling

aus Mümmelmannsberg

Michael Ebeling kam durch Ersatzwahl neu in den Bezirksausschuss Mümmelmannsberg. Er ist Arzt und lebt mit seiner Familie auf der Grenze zwischen Kirchsteinbek und Mümmelmannsberg. „Als ich 1972 mit meinen Eltern nach Mümmelmannsberg zog, war ich neun oder zehn Jahre alt. Viel gab es damals nicht an Angeboten für uns. Aber der Pavillon mit der Kinderkirchengruppe von Pastor Gehrken bot uns einiges. Wir spielten Theater und feierten Feste. Noch heute erinnere ich mich lebhaft an die „Geisterbahn“ – auf einem Bürostuhl wurden wir durch den total verdunkelten Raum gefahren.

Nach meiner Konfirmation bei Pastor Vogt hatte ich nur noch wenig Bindung an die Gemeinde. Nur den Basar habe ich immer besucht. Das hat sich auch nicht geändert, als ich 1983 mit dem Medizinstudium anfing und dann nach Hamburg in die Neustadt zog. Meine Frau ist auch in Mümmelmannsberg aufgewachsen. Da sie schon im Beruf war, hat sie zunächst unseren Lebensunterhalt verdient. Durch Nachtwachen im Tropeninstitut habe ich neben dem Studium etwas Geld verdient. Das war eine sehr spannende Zeit in einem ganz besonderen Milieu. Während meiner Ausbildung habe ich im Kath. Krankenhaus Groß-Sand in Wilhelmsburg gearbeitet. Dort hatte ich viel Kontakt mit Patienten aus türkischen und polnischen Familien. Auch im Kath. Mariahilf-Krankenhaus in Harburg habe ich mich sehr wohl gefühlt, weil man hier grundsätzliche Medizin kennen lernt, anders als in den größeren Häusern, die sehr spezialisiert sind.

Vor zehn Jahren habe ich mich als hausärztlicher Internist in der Innenstadt niedergelassen und arbeite seit zwei Jahren mit einem Kollegen zusammen, mit dem ich mich berate und fachlich gut ergänze. Einmal im Monat habe ich Dienst als Taxi-Notarzt in Abend- bzw. Nachtschicht. Dabei lerne ich ganz unterschiedliche Bezirke und deren Bewohner kennen, vom Großmarkt über das Schanzenviertel bis Blankenese.

Durch den Konfirmandenunterricht meines Sohnes bei Herrn Pastor Ostendorf kam ich auch wieder in den Gottesdienst. Beim Kaffeetrinken am Basar kamen wir ins Gespräch. Bei der Feier zum 30. Jubiläum des Gemeindehauses hat mich Herr Pastor Ostendorf angesprochen, ob ich mir eine Mitarbeit im Bezirksausschuss vorstellen könnte. Ich hatte mir schon vorher überlegt, ein soziales Amt zu übernehmen. Als ich dann auch noch Christiane Beetz traf, die ich aus meiner Schulzeit kannte, war es für mich wie ein Zeichen… Ich hatte gesucht und gefunden.

Es ist leider so, dass die Gemeinde in Mümmelmannsberg in den Jahren an Substanz verloren hat. Es fehlt der Zusammenhalt der früheren Jahre. Wir müssen wieder ein „Wir-Gefühl“ entwickeln. Dazu brauchen wir einen Mittelpunkt. Als erstes wollen wir den Garten aufforsten und für die Gemeinde erschließen. Es herrscht so etwas wie Aufbruchstimmung.

Was mir der Gottesdienst bedeutet? Diese Frage habe ich mir selbst auch schon gestellt. In erster Linie schöpfe ich dort Kraft. Durch meinen Beruf werde ich immer wieder damit konfrontiert, dass wir Menschen nicht alles können. Oft stehen wir hilflos davor, wenn ein Leben zu Ende geht. Der feste Ablauf der Liturgie, das gemeinsame Singen und Beten – das alles empfinde ich als kräftigend für die neue Woche.“ Barbara Langer im Gespräch mit Michael Ebeling

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+) Ev.-Luth. Kirchengemeinde Kirche in Steinbek
Kirchsteinbek - Mümmelmannsberg - Oststeinbek
pastor.ostendorf@kirche-in-steinbek.de
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